Liebe, treue Blogbesucher,
leider wird dieser Eintrag schon einer meiner letzten sein, denn mein Freiwilligendienst ist am 14. März zu Ende. Danach werde ich mit meinen Eltern noch ein bisschen Indien bereisen und Mitte April zurück kommen. Einerseits freue ich mich schon unglaublich auf zu hause, vor allem auf die Leute, die ich dort endlich wieder treffen werde, auf das Klima und natürlich das Essen ;), aber andererseits bin ich natürlich ein bisschen wehmütig, weil ich hier alles, was ich mir aufgebaut habe, zurück lassen muss. In dieser zweiten Stelle wäre ich wirklich gern länger geblieben, weil hier alle Mitarbeiter so nett sind und weil wir wirklich schönes zusätzliches Programm mit den Kindern machen können. Das Heim ist auf unsere Arbeit keineswegs angewiesen, so wie es in Karimnagar war. Caro und ich machen fast jeden Tag mit ein paar einzelnen Kindern (meistens 3- 6, damit wir uns um alle kümmern können) etwas Außerschulisches. Zum Beispiel haben wir Papierschiffchen gebastelt und sie fahren gelassen, mit Wasserfarben gemalt, Ball gespielt, ein Papiermosaik geklebt… Das macht meistens viel Spaß, aber nach den zwei Stunden bin ich auch ganz schön geschafft, denn die Kinder halten einen ganz schön auf Trab, wenn sie die Stifte durch die Gegend schmeißen, das Papier essen, beim Malen den Pinsel total kaputt machen, oder einfach nur nach jedem Strich ein Lob haben wollen ;). Aber ich habe die Kinder wirklich liebgewonnen, jedes in seiner Einzigartigkeit. Dadurch, dass viele irgendwelche Ticks oder besonderen Angewohnheiten haben, gibt es eigentlich immer was zum Lachen. Ich denke, die Arbeit mit Behinderten wäre vielleicht auf die Dauer nichts für mich, aber eine Zeit lang ist es sehr schön und bereichernd.
Leider kann ich noch keine Fotos hochstellen, weil Caros Laptop, auf den ich die Bilder immer laden konnte, einen Virus hat und ich meine Karte schützen will. Also muss ich noch eine Weile warten, bis sie ein Antivir- Update herunterladen kann. Das geht nämlich nicht in jedem Internetcafé, dass man seinen eigenen Laptop mitbringt. Ich habe neulich meinen mitgenommen und musste feststellen, dass ich etliche Viren, Würmer und Trojaner hatte- alles über meinen Stick, da anscheinend die Virenprogramme, die hier oft verwendet werden, nicht so sicher wie andere sind… Naja, das soll mir eine Lehre sein!
Am Dienstag waren Caro und ich ins Dorf des Wardens eingeladen. Die älteste Tochter, deren College wegen eines Streiks geschlossen hatte, war auch dabei und es war sehr schön. Beim Bruder des Wardens bekamen wir ein gutes Mittagessen und danach einen Tee, wie das in Indien so üblich ist, allerdings war der Tee besonders gut, da die Milch frisch von der Kuh im Hinterhof kam ;). Dann haben wir noch eine Blindeneinrichtung und ein Polioheim besichtigt. Beides, besonders ersteres, war sehr interessant. Gerade mit welchen Methoden die Kinder unterrichtet werden, dass es in der Blindenschule sogar Musikunterricht gibt, wie gut die Ausstattung aufgrund von staatlichen, privaten und kirchlichen Geldern ist, und wie schön viele dieser Kinder, obwohl sie ja nichts davon sehen können, Handarbeiten herstellen….
Gestern habe ich mal meinen Fotoapparat in die Schule mitgenommen und war damit die Mega- Attraktion. Dauernd wollten die Kinder von mir fotografiert werden oder die Kamera haben und dabei sind ein paar sehr lustige Bilder entstanden, die ich unbedingt hier mal hochstellen muss. Naja, sonst gibt es gar nicht so viel zu erzählen, außer natürlich, dass am Wochenende Andrea zu Besuch war. Sie musste etwa 5 Stunden mit dem Bus fahren und dann haben wir sie in Nagercoil abgeholt. Am Samstag waren wir gemeinsam mit den Kindern des Warden bei einem Wasserfall in der Nähe, wo wir uns- auf indische Art, also voll bekleidet- drunter gestellt haben und die Massage genossen haben und danach machten wir auf dem Fluss oberhalb noch eine kleine Bootsfahrt. Außer uns waren nur indische Touristen da, die mal wieder total von uns Weißen in indischen Kleidern begeistert waren. Am Sonntag waren wir dann bei einer unserer Köchinnen, Vijeya, eingeladen und durften uns ihre Wohngegend ansehen, ihre Verwandten kennen lernen. Als wir etwas zu Essen bekamen, saßen wir wegen des Stromausfalls nicht innen, wo es stockdunkel war, sondern im Rohbau ihres neuen Hauses… Auch lustig ;). Am Montag wollte Andrea eigentlich noch mit uns am Unterricht teilnehmen, aber es stellte sich heraus, dass am Sonntag ein ehemaliger Bischof verstorben war und deswegen alle CSI (Church of South India)- Schulen geschlossen sein mussten… So begleiteten wir sie nach Nagercoil und fanden dort die ersten reifen Mangos dieses Jahr, die wirklich super gut waren! Ich hoffe, dass die, die auf dem Gelände wachsen, auch noch in der Zeit reif werden, in der ich da bin, damit ich etwas davon abbekomme…
Aber auch auf Reisen kann ich ja welche essen . Das wird bestimmt sowieso gut, wir haben auch große Pläne... Zuerst werde ich mit meiner Mutter an einen hoch gelobten Strand, wenig südlich von Goa gehen, dann wollen wir nach Delhi, Varanasi und zur Kumbh Mela nach Haridwar. Von dort aus geht es dann wieder in den Süden nach Tamil Nadu und Kerala und ich werde meinen Eltern noch meine Einsatzstelle zeigen. Außerdem ist es in Indien unerlässlich, sich eine Ausreise- Erlaubnis von der Polizei zu holen und auch das werde ich dann in Nagercoil tun. Wenn ich diese Erlaubnis hoffentlich bekomme, steht meiner Ausreise nichts mehr im Wege und dann freue ich mich auf Deutschland ;). Sogar auf die Kälte! Ich melde mich bald wieder.
Liebe Grüße,
eure Sophia
Donnerstag, 4. März 2010
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