Samstag, 19. Dezember 2009
Sonntag, 13. Dezember 2009
Telangana
So, hiermit melde ich mich wieder aus Karimnagar, wo sich die politische Lage etwas entschärft hat. Bis zum 10.12. hatten Caro und ich richtig Angst und durften kaum an einem Tag auf die Straße. Da ich versucht habe, mich bei möglichst vielen Menschen und im Internet über das Problem zu informieren, möchte ich euch auch einen kleinen Überblick geben. Der akute Auslöser der Demonstationen, Selbstmorde und des Vandalismus war der Politiker K. Chandrasekhar Rao (hier nur KCR genannt), der sich in den Hungerstreik begeben hat, um die seit langem geforderte Abspaltung von Telangana, dem nord- westlichen Teil Andhra Pradeshs, durchzusetzen. Der letzte große Aufstand diesbezüglich war wohl 1969 und seitdem ist dieses Thema immer mehr oder weniger präsent. KCR ist der Chef der Telangana- Partei, deren Ziel eben die Förderung dieses Teils von Andhra Pradesh ist. Warum genau die Trennung gefordert wird, weiß ich nicht. Soweit ich es verstanden habe, weil es als eigener Bundesstaat auch eigene Mittel vom Staat bekommen würde und damit gezielt aufgebaut werden könnte (Telangana ist der ärmste Teil Andhra Pradeshs mit sehr viel Landwirtschaft, aber unfruchtbaren Böden, großen Trockenheiten und daraus resultierenden Bauernselbstmorden). Im Moment fließen die Mittel von Andhra Pradesh nämlich anscheinend eher in die entwickelten Gebiete und die armen Menschen in Telangana fühlen sich von den Küstenbewohnern ausgebeutet. Die Bewegung wird hauptsächlich von Studenten getragen, die sehr viele Demonstrationen veranstaltet haben, die leider auch eskalierten… Das Auto vom Bischof wurde zum Beispiel Opfer von Vandalismus. Auf dem Nummernschild wurde das „AP“ (für Andhra Pradesh) durchgestrichen und darüber „TG“ geschrieben und auch sonst steht jetzt überall auf dem weißen Auto in allen möglichen Farben „KCR“, „TELANGANA“ und so weiter…
In den Tagen vor dem 10. wurde die Situation immer heftiger. Es haben sich immer mehr Menschen aus Verzweiflung umgebracht (die meisten haben sich mit Kerosin übergossen und dann angezündet, sich erhängt oder Pestizide geschluckt und von fast allen waren Bilder in den Zeitungen…). Außerdem haben sich der Bewegung auch die Kommunisten (von denen die Untergruppe der Maoisten hier sehr gefürchtet ist) und die Hindu- Nationalisten angeschlossen und die Gewalttaten haben zugenommen. Wohl deswegen, weil der Gesundheitszustand von KCR sich dramatisch verschlechtert hat- er hat nur eine Niere, hatte schon 11 Tage gefastet und die Ärzte haben ihm dringend dazu geraten, oral Nahrung aufzunehmen- und weil ein Studentenverband gedroht hat, das Parlament in Hyderabad zu stürmen, hat Sonia Gandhi aus Dehli zugesichert, sie würden sich dieser Frage annehmen. Damit wurden die Demonstrationen zumindest vorläufig zu Freudendemonstrationen. Sie muss sich nämlich so geäußert haben, dass die Menschen das schon als Zusage für die Trennung aufgefasst haben und so hat KCR seinen Hungerstreik mit einem traditionellen Zitronensaft beendet und die Menschen zünden auf den Straßen Feuerwerke und feiern. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht...
Naechstes Mal kommt wieder ein etwas lustigerer Post ueber die Tiere im Hostel. Davon gibt es sehr viele und sie vollbringen zum Teil Aussergewoehnliches....
Dienstag, 1. Dezember 2009
Hallo mal wieder. Entschuldigung, dass ich zur Zeit so selten schreibe, aber ich habe mit Weihnachtsvorbereitungen und anderen Aufgaben so viel zu tun, dass es zu mehr einfach nicht reicht. Dafür werde ich mir Mühe geben, diesmal möglichst viel zu berichten.
Also: Ich hatte Läuse, was ja eigentlich schon zu erwarten war. Aber da hier fast alle Menschen welche haben, konnte ich meine Hysterie recht gut in den Griff kriegen und sie mit Caros Hilfe und dem guten alten Goldgeist entfernen. Lustiger Weise hatte ich genau an diesem Tag gedacht, dass wir mal die Kinder ermutigen sollten, sich öfter zu lausen, da einige wirklich so viele Läuse haben, dass sie oben auf den Haaren rumkrabbeln und das ist ja nicht nur wegen der Ansteckung blöd, sondern auch wegen des Juckreizes und Entzündungen. Wir haben uns jetzt also vorgenommen, Läusekämme zu kaufen und darauf zu achten, dass sie sich gegenseitig lausen, vor allem die, die so viele haben. Manche achten auch sehr gut darauf. Die Leiterin des Hostels war ganz enttäuscht, dass ich gleich Chemie angewendet habe, denn sie meinte, ihr würde es solchen Spaß machen zu lausen, sie hätte mir auch alle entfernt. Das fand ich schon lustig ;). Soll sie sich lieber die Kinder vornehmen.
Am 25.11. hatten wir hier die erste Weihnachtsfeier der Saison ;). Wir sind mit allen Kindern und der Leiterin zur großen Kirche gelaufen und dort hat ein nicht enden wollendes Programm stattgefunden. Auch die Hostelmädchen haben einen sehr schönen Tanz dargeboten und Caro und mussten überraschend ein deutsches Weihnachtslied singen. Wir haben „vom Himmel hoch“ ausgewählt und sind auch erst bei der Übersetzung etwas ins Stocken gekommen… Ein sehr kleiner Junge, der in rotem Glitzerkostüm mit Handschuhen und Mütze ein Lied singen musste, war wirklich youtube- reif, denn er hat das ganze Publikum zum Lachen gebracht. Das Highlight war aber ganz klar das fast ausschließlich von Erwachsenen gespielte, oftmals unfreiwillig komische Krippenspiel- und das obwohl es ca. 1,5 Stunden ging! Das wiederum lag daran, dass es mit den Propheten angefangen hat, die Jesu Geburt ankündigen. Sie sahen sehr nett aus- etwa wie Taliban im Morgenmantel. Dann war es- abgesehen von den Kostümen- erstmal ziemlich langweilig und langatmig. Interessant nur, dass die Engel hier mit vorgestreckten Armen laufen wie Schlafwandler und dass hier andere Szenen in den Vordergrund gestellt werden als bei uns. Besonders gut gefallen hat mir die Szene, in der Maria und Joseph mit dem neugeborenen Jesus vor dem Stall saßen und die Engel vom Kirchturm zu den Klängen von „Stille Nacht“ Schnee aus Sprühdosen darauf herab gesprüht haben… Da musste ich mich schon ein bisschen zusammenreißen.
Am Donnerstag durften Caro und ich mit der Bischofsfrau nach Hyderabad fahren, um uns die Stadt anzusehen, shoppen zu gehen und um dort Weihnachtsgeschenke für die Mädchen zu kaufen. Zum Shoppen sind wir leider nicht so wirklich gekommen, aber wir haben T- Shirts und Unterwäsche für die Mädchen gefunden, beide einen schönen Stoff für ein Salwar Dress gekauft und ansonsten die Sehenswürdigkeiten von Hyderabad bestaunt. Die Stadt ist mit dem moderneren Secunderabad zusammengewachsen und wirkt ziemlich unruhig. Es gibt krasse Gegensätze zwischen ultramodern, reich und richtig alt, heruntergekommen, arm. Das ist mir noch viel mehr aufgefallen als in den anderen indischen Großstädten, in denen ich bisher war. Wir haben zum Beispiel einen Filmpalast angeschaut, in dem es von teuren Kleidermarken über italienisches Eis bis zur Geisterbahn alles gab- so etwas habe ich in Deutschland noch nie gesehen- und in Hyderabad sind auch die größten Filmstudios der Welt, aber auf der anderen Seite haben direkt neben unserer Unterkunft Menschen in Plastikhütten, umgeben von Müll, gewohnt und ich habe Bettler mit schrecklich unterernährten Kindern gesehen, an die ich immer noch denken muss, weil ich ihnen so gern geholfen hätte, aber wirklich keine Möglichkeit gesehen habe… Bei den Bettlern kann ich mir immer noch denken, dass es ihnen im Normalfall relativ gut geht und dass sie auch arbeiten könnten (ich habe von mehreren Menschen erzählt bekommen, dass sie es Bettlern direkt angeboten haben, gegen Geld zu arbeiten, oder sie in ein Heim zu bringen, dass sie es aber abgelehnt haben), aber diese kleinen Kinder bekommen natürlich den kleinsten Teil ab, weil sich zuerst ihre Eltern und Geschwister davon Alkohol, Drogen und Essen kaufen und sie können wirklich nichts zur Verbesserung ihrer Lage tun. Wenigstens gibt es vor Ort Menschen, die etwas für benachteiligte Kinder tun. So zum Beispiel die Familie, bei der wir netter Weise wohnen durften: Der Mann, Ruben, ist Professor für Theologie und seine Frau Priscilla Pfarrerin. Da sie beide leider geschäftlich unterwegs waren, hat sich die reizende Mutter von Ruben um uns gekümmert. Sie spricht hervorragend Englisch, weil sie Lehrerin dafür war und sie kümmert sich jeden Nachmittag um annähernd 50 Kinder von alleinerziehenden Müttern oder sehr armen Eltern, die quasi auf der Straße leben. Sie bekommen einen Snack, alles, was sie für die Schule und sonst brauchen (Lineal, Stifte, Schuluniform, aber auch Seife…) und haben eine Stunde Lernzeit, in der eine Lehrerin für sie da ist, um ihre Fragen zu beantworten. Ich finde dieses Engagement großartig. Die alte Dame hat uns auch interessantes über ihre sonstigen Tätigkeiten berichtet. Sie hat, als ihr Sohn schwer krank war, eine Gebetsgruppe gegründet, mit der sie ihn geheilt haben und seitdem hat diese Gruppe schon mehrere Wunderheilungen vollbracht, sagt sie. Wir kamen auf dieses Thema, als sie leider nicht mit uns Frühstücken konnte, weil eine Frau da war, mit der sie beten wollte, weil die vom Teufel besessen sei. Das hat dann im Nebenzimmer stattgefunden… Ich finde das schon interessant. Auch gerade diese Wunderheilungen. So wie sie es beschrieben hat, hatte ihr Sohn eine richtige Spontanheilung, bei der alle Betenden ein Licht und eine Hand gesehen haben, und dann ist er nach Jahren, in denen er nur liegen konnte, aufgestanden und war gesund. So nimmt man die Bibel wörtlich, würde ich sagen. Besonders spannend finde ich es, weil diese Menschen so eng mit der Kirche verbunden sind, so dass ich den Eindruck gewinne, dass das hier auch zur Kirche dazugehören kann, die ja so eine Mischung aus methodistisch, evangelisch und anglikanisch ist, während es bei uns von offizieller Seite, denke ich, eher verpönt ist und meines Wissens eigentlich nur bei charismatischen Bewegungen und Sekten etabliert ist …
Am Samstag haben wir dann unsere Sightseeing- Tour gemacht- natürlich begleitet, da uns immer wieder versichert wird, wie gefährlich es hier doch sei… Wir waren beim Golconda Fort, dem muslimischen Palast mit Festung aus dem 16. Jh., was wirklich eine Freude für das Archäologen- Herz ist: Wunderschöne Architektur und ein riesiges Gelände. Das ganze wurde erbaut, als die muslimischen Herrscher aus Delhi nach Hyderabad umsiedelten. Besonders beeindruckend fand ich die Vorstellung, dass auf der bronzenen Lotospflanze inmitten eines heutzutage eher unscheinbaren Brunnens viele winzige Edelsteine und Diamanten, sowie in der Blüte ein riesiger Diamant waren. Das muss ein unvorstellbarer Reichtum gewesen sein… Auch der legendäre riesige Diamant, der schließlich zerkleinert in der britischen Königskrone endete (da sieht man, was man vom Kolonialismus hat…), war im Besitz dieser muslimischen Herrscher… Der Tag war wirklich toll, auch wenn er mir ein bisschen Sonnenbrand beschert hat, aber allein, sich beim Aufstieg zur Burg mal endlich wieder zu bewegen und die fantastische Aussicht waren es wert ;). Übrigens weiß ich jetzt, woher das unmoralische Bild, das viele Inder von weißen Frauen haben, kommt. Nicht nur aus dem Fernsehen, sondern auch von den Touristinnen, die es nicht schaffen, sich vor ihrer Reise mal etwas über die Sitten eines Landes durchzulesen: Fast alle Ausländer, die wir dort gesehen haben, vor allem Frauen, waren wirklich nicht angemessen gekleidet. Von einer Amerikanerin (irgendwie hatte ich schon, bevor ich sie sprechen gehört habe, das unbestimmte Gefühl, sie sei eben das) haben wir sogar ein Foto gemacht, weil sie bei ihrer Kleidung in so etwa alle Fettnäpfchen getreten ist, die es gibt. Danach sind wir zu Hyderabads Wahrzeichen, dem Charminar (vier Türme) gefahren, wir sind aber nicht reingegangen, weil wir schon recht müde waren und aus Protest gegen den Eintrittspreis, der für Ausländer 20 mal so hoch ist wie für Inder! Daneben ist die sechstgrößte Moschee Indiens, die man getrost auch als Markusdom Indiens bezeichnen kann, so viele Tauben wie davor sind…. Was mich noch sehr interessiert hätte, wäre das Salar Jung Museum gewesen, das anscheinend sehr sehenswert ist, wo wir aber nicht reinkonnten, da Feiertag war. Ich muss also wieder kommen ;).
An diesem Tag haben wir auch zwei Motorrad- Unfälle gesehen. Der eine war nicht so schlimm, aber beim zweiten lag ein Mann auf dem Boden und hat furchtbar aus dem Kopf geblutet, während andere Menschen auf der Straße- wahrscheinlich im Streit um die Schuld- richtig aufeinander losgegangen sind. Der Verkehr war aber auch besonders chaotisch- im Vergleich zu Bengaluru zum Beispiel- und auch ich hätte mich sehr gerne angeschnallt, wenn es denn möglich gewesen wäre…
Außerdem war am Samstag, wie vielleicht einige wissen, das muslimische Opferfest, bei dem die Bereitschaft Abrahams gefeiert wird, seinen eigenen Sohn zu opfern. Alle müssen ein Schaf opfern. Deswegen waren auf der Straße ganze Schafherden, aber auch Menschen, die die Schaffelle schon verkauft haben und- besonders lecker- Blutlachen und die Eingeweide der Schafe aber auch von Kühen. Es hat unangenehm gerochen und war wirklich nicht sehr schön anzusehen. Wir haben sogar einen Lastwagen mit haufenweise Kuhschädeln gesehen… Ein richtiges Massaker.
Ansonsten war unser Aufenthalt in Hyderabad eher unspektakulär. Auf der Rückfahrt am Sonntag haben wir dafür erfahren, dass ein Politiker festgenommen wurde, der in den Hungerstreik getreten ist, weil er will, dass ein Teil des Bundesstaats Andhra Pradesh, in dem Karimnagar liegt, sich abspaltet. Er hat auch andere dazu aufgerufen zu hungern und zu demonstrieren. Deswegen war entlang der Strecke eine ungeheure Polizeipräsenz, denn dieser Mann wurde ausgerechnet in Karimnagar verhaftet, weil er bei seiner Familie war, die in der Nähe lebt. Die Bischofsfrau hat uns dringend geraten, nicht aus dem Haus zu gehen, da es zu Ausschreitungen kommen könnte. Außerdem wurde eine Art Notstandgesetz in Kraft gesetzt, nach dem keine Menschengruppen von mehr als zwei Menschen gemeinsam auf der Straße sein dürfen, alle Läden, Schulen etc. geschlossen sein müssen und nach dem man außerdem nur in dringenden Fällen überhaupt rausgehen sollte. Das war schon etwas unheimlich, zumal auch alle Busse nach und aus Karimnagar gestoppt wurden. Und tatsächlich waren am nächsten Tag schreckliche Bilder in den Zeitungen (die Pressezensur ist hier irgendwie anders), wie sich Menschen bei Demonstrationen in anderen Städten mit Kerosin übergossen und selbst angezündet haben(!), aus Protest von Häusern gesprungen sind, wie Busse attackiert wurden, Autos gebrannt haben etc.. Den ganzen Tag haben wir Sirenen gehört- heute übrigens auch noch- und teilweise sogar Schüsse. Dabei muss es in Karimnagar noch recht gemäßigt zugegangen sein und die größten Krawalle waren wohl in Khammam, Hyderabad und Medak… Heute war sogar ein Gehängter auf der Titelseite. Mich schockiert das schon immer wieder, dass man hier anscheinend Tote uneingeschränkt in die Zeitung bringen kann… Aber trotz allem fahren die Busse wieder, die Schulen sind wieder geöffnet und die Läden anscheinend auch. Deswegen haben Caro und ich beschlossen, vorsichtig in ein Internetcafé und auf den Obstmarkt zu gehen. Wenn ich das hier also gepostet habe, habe ich immerhin schon mal den Hinweg geschafft…
Donnerstag, 12. November 2009
mal wieder ;)
Ich entschuldige mich hiermit dafür, dass ich so lange nicht geschrieben habe, obwohl es wirklich viel zu erzählen gibt, aber nachdem Caro und ich zuerst die Zeit im Internet für die Planung unseres Weihnachtsurlaubs verwenden mussten, hatte ich danach so viel zu tun, dass ich kaum ins Internet konnte. Jetzt funktioniert aber teilweise die Tastatur meines Laptops wieder, deswegen kann ich auch zu hause wieder schreiben und das werde ich jetzt ausnützen.
Also zuerst kann ich ja mal über die Planung unseres Urlaubs berichten. Nach vielen Schwierigkeiten beim Buchen und bei der Terminfindung haben wir jetzt endlich einen Flug nach Kerala und einen Zug aus Kerala zurück gebucht (wobei der Zug mit nicht mal 5 Euro pro Person natürlich unschlagbar viel billiger ist) und dort wollen wir in zwei Wochen eine Backwaters- Tour machen, ein paar Tage am Strand verbringen und wenn möglich auch noch kurz einen Abstecher in die Berge, in einen berühmten Nationalpark, machen, in dem es noch recht viele Tiger, Elefanten und andere spannende Tiere gibt. Es wäre wirklich super, wenn das alles klappen würde, denn wann kommt man da schon noch mal hin… Kerala ist allerdings ziemlich weit von uns entfernt. Mit dem Flugzeug natürlich nicht, aber mit dem Zug brauchen wir mehr als 24 Stunden, weil wir natürlich auch noch ein paar Stunden Aufenthalt zwischendrin haben. Das wird sicher nicht ganz angenehm, aber immerhin sind wir zu dritt (Julia aus Khammam fährt mit uns, weil wir die einzigen Freiwilligen in Andhra Pradesh sind), deswegen kann es ja auch lustig sein. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf den Urlaub und denke, dass es wunderbar wird.
In letzter Zeit ging es hier richtig rund. Vom 3. bis zum 6. November hat das Council Meeting der Diözese Karimnagar stattgefunden, an dem wir halb teilgenommen haben. Es war recht interessant, weil es dabei auch um die Finanzen und die Projekte der Diözese ging, sodass Caro und ich mal sehen konnten, was hier wichtige Themen sind und dass die Kirche zumindest finanziell doch deutlich am Wachsen ist. Deswegen konnte der jetzige Bischof auch so viele soziale Einrichtungen (wieder-)eröffnen und er ist immer noch dabei: Seit wir hier sind, wurden ein Hostel und ein Frauen- Trainingszentrum, in dem sie lernen können, mit Computern umzugehen oder zu nähen, mit angeschlossener freier Abendklinik eröffnet. Die Frauenarbeit steht hier also auch sehr im Mittelpunkt und das finde ich sehr gut, weil die meisten Frauen hier- selbst wenn sie eine gute Erziehung genossen haben- nach ihrer Hochzeit nicht mehr arbeiten (dürfen) und weil Mädchen allein durch die Mitgiftforderung immer noch eine Last für ihre Familien sind. Auch in Filmen hier dürfen die Frauen meistens nur das liebe Hausmuttchen sein, das tugendhaft ist und emotional, aber nur sehr selten stehen selbstbewusste Frauen in einem positiven Licht. Ich will das jetzt nicht verteufeln und ich weiß auch, dass die Zusammenhänge komplexer sind, aber manches stört mich schon, auch wenn ich es nachvollziehen kann. Oft erlebe ich es auch, dass junge Männer ordentlich zu viel Selbstbewusstsein abbekommen haben und sich- vor allem gegenüber Frauen- geradezu unverschämt verhalten und junge Frauen sich dafür viel zu klein machen und wenn sie einfach nur angesprochen werden, sofort verlegen kichern und sich kaum trauen, etwas zu sagen. Ich fände es schön, wenn sich daran etwas ändern würde. Und der Kirche scheint es wirklich am Herzen zu liegen. Beim Council Meeting waren alle Pfarrer der Diözese eingeladen und ich habe hier in Karimnagar die ersten PfarrerINNEN getroffen. Leider waren es unter ca. 130 Männern nur drei Frauen, aber zwei davon waren noch sehr jung und es gibt immerhin Anlass zur Hoffnung, dass sich die Einstellung in der Hinsicht gerade ändert.
Weil Caro und ich nicht immer zu den Vorträgen beim Council Meeting kommen mussten, konnten wir am Donnerstag die Einladung zu einer Hindu- Hochzeit wahrnehmen, was uns sehr gefreut hat. Es war zwar anstrengend, aber natürlich total spannend. Die Hochzeit war- wie fast alle Hochzeiten hier- arrangiert und zwar haben zwei Angehörige der Vaisha- Kaste geheiratet. Der Bräutigam war Businessman und die Braut hatte keine Berufsausbildung. Sie gehören beide ziemlich reichen Familien an und das hat man an der Reichhaltigkeit des Essens und am Schmuck der Braut und der weiblichen Verwandten des Bräutigams deutlich gemerkt. Es waren sehr viele Menschen eingeladen und es war ein großes Fest mit einer sehr schönen Zeremonie, bei der auch weder die Braut noch der Bräutigam allzu traurig schien und es ist einfach toll, all die farbenprächtigen, glitzerverstärkten, schönen Rituale zu sehen ;). Lustig waren auch die Kameramänner und Fotografen (ja, es waren mehrere, wahrscheinlich um auch ja den/das perfekte Film/Bild von allem zu bekommen), die immer wieder die Zeremonie angehalten haben, um das Brautpaar gut vor die Linse zu bekommen….
Am Tag danach ist eigentlich nicht allzu viel Spektakuläres passiert, abgesehen davon, dass Caro und ich erfolgreich unsere erste große Kakerlake erledigt haben. Ich habe sie in meiner Medikamenten- Tüte gefunden und war etwas hysterisch, aber nachdem wir zuerst hauptsächlich gekreischt haben und uns auf Caros Bett gerettet haben (woraufhin die Kakerlake es sich auf meinem Schuh bequem gemacht hat), haben wir es dann geschafft, sie aus dem Zimmer zu fegen und zu erschlagen (sie war schon halb tot durch den Besen). Danach hatten wir wenigstens ordentlich etwas zu lachen, weil wir uns so blöd angestellt haben J.
Am 7. November war dann das 125-jährige Jubiläum der CSI Highschool (CSI steht für Church of South India), die auf demselben Gelände ist wie unser Hostel. Es hat mal wieder mit indischer Verspätung (1,5 Stunden in diesem Fall) angefangen, weil der Bischof davor noch einen anderen Termin hatte, war dann aber sehr nett. Leider wurden Caro und ich wieder mal als Ehrengäste behandelt, das heißt, wir sollten auf der Bühne sitzen und haben eine Blumengirlande umgehängt bekommen und einen Schal, was hier die traditionelle gastfreundliche Geste ist (inzwischen haben wir schon eine ziemlich große Sammlung an Schals, die wir- mit Einverständnis der Heimleiterin- den Mädchen im Hostel ausleihen, deren Eltern ihnen keine Pullover kaufen können, denn zur Zeit wird es abends schon recht kühl). Ich finde das zwar eine schöne Tradition, da man sich als Gast sehr willkommen fühlt, aber ich denke immer wieder, dass man mit dem Geld für die Blumen auch die Mädchen im Hostel besser ausstatten könnte oder sonst etwas sinnvolles tun könnte, weil diese Ehrungen teilweise wirklich inflationär verteilt werden. Wir haben in der letzten Woche beim Council Meeting, beim Schul- Jubiläum, in der Kirche und bei der Eröffnung des Skill- Training- Centers welche bekommen, obwohl wir dort eigentlich nichts Bemerkenswertes getan haben oder zum Beispiel in der Kirche schon einmal willkommen geheißen wurden. Naja, aber solche Traditionen muss man respektieren. Zurück zum Jubiläum: Nach dem Wortteil, in dem wir nicht viel verstanden haben, in dem aber ein wichtiger Politiker gesprochen hat, weil er ehemaliger Schüler dieser Schule ist (er wurde von zwei Polizeiautos eskortiert und hatte seine bewaffneten Leibwächter dabei, die hinter uns rumgelaufen sind) und nach dem Abendessen, hat der Teil mit dem sogenannten „Kulturprogramm“ stattgefunden, das ausschließlich aus Tanz bestanden hat. Das war aber richtig toll, denn etliche der Schüler und vor allem ein ehemaliger Schüler, konnten sehr gut tanzen, obwohl keiner von ihnen je Unterricht hatte: Sie haben sich das alles aus Videoclips im Fernsehen abgeschaut. Caro und ich haben sehr große Lust gehabt, selbst auch zu tanzen, aber das wäre nur auf der Bühne, sozusagen repräsentativ, möglich gewesen und so gut war ich dann auch nicht vorbereitet ;).
Am Schluss haben dann ca. 30 Jungs auf der Bühne getanzt und fast die Dekoration zerstört, Blumengirlanden herumgeschleudert- es wurde richtig ekstatisch. Ich hatte ein bisschen das Gefühl, dass ihnen ein bisschen die Plattform für so etwas fehlt und Discos gibt es hier ja auch nicht…
Leider mussten die Hostel- Girls dann mitten in der Nacht noch essen- das, was die anderen übrig gelassen hatten, also Reis- und dann aufräumen, weil fast alle anderen Gäste schon gegangen waren. Weil es schon Mitternacht durch war, haben Caro und ich dann auch noch geholfen und Gott sei Dank noch ein paar andere Menschen, sogar die Rektorin der Schule.
Seit ein paar Tagen kommen wir jetzt auch in den Genuss, fernzusehen- leider immer während des Abendessens-, denn die Leiterin hat den Fernseher reparieren lassen. Deswegen müssen wir immer kitschige Filme oder Musikvideos ansehen. Hauptsache, den Mädchen gefällt es. Auf dem Tagesplan steht zwar, sie sollen in dieser Zeit Nachrichten schauen, aber das tun sie nur, wenn die Leiterin da ist, sogar die Helferinnen schalten immer schnell weiter, wenn sie aus Versehen auf einen Nachrichtensender stoßen… Während dieser Zeit gab es neulich einen kleinen Zwischenfall: Ein Mädchen kam aus dem Zimmer gelaufen und sagte, sie hätte eine Kobra dort gesehen. Es gab die größte Panik, bis sich schließlich herausgestellt hat, dass es nur ein Schatten am Fenster war, der zugegebenermaßen aussah wie eine Schlange, sich aber überhaupt nicht bewegt hat und somit leicht zu erkennen war… Uns wurde auch glaubhaft versichert, dass es in der Stadt kaum Schlangen geben würde, da hier einfach zu viele Straßen sind. Von Dörfern wurden uns allerdings schon richtig gruselige Geschichten über Kobras erzählt; sie müssen dort immer noch eine echte Gefahr sein...
Leider ist das immer noch nicht alles, was ich erzaehlen wollte, aber ich komme einfach nicht so viel zum Schreiben, unter anderem wegen der Stromausfaelle, die hier jeden Tag vier Stunden sind, aber ich muss mir ja auch Zeit nehmen, um all die tollen Dinge zu erleben ;).
Bis bald! Ich freue mich immer ueber mails oder Briefe (jaaaaa, der erste Brief ist hier angekommen, obwohl wir schon ganz die Hoffnung aufgegeben hatten! Es ist wahrscheinlich gut, die Adresse maschinell oder sehr deutlich in Grossbuchstaben zu schreiben.)
Namaskaram!
die Fotos:
1. meine Armreifen
2.die Braut muss so eine Art "Liebesperlen" auf den Braeutigam pusten3.das Brautpaar waehrend der Zeremonie
Dienstag, 3. November 2009
Hallo :)
Ich habe letztes Mal vergessen zu erwaehnen, dass wir in einem Tempel auf unserer Khammam- Tour fotografiert wurden, in dem wir selbst nicht fotografieren durften. Und zwar wurde ich mehr oder weniger gezwungen, mich vor einem Schrein, zu dem nicht mal die Hindus, die dorthin gepilgert waren, so nahe heran durften, neben einem Priester knipsen zu lassen. Das hat uns schon verwundert, da es hier ja so eindeutige Reinheitsvorstellungen gibt und wir als Nicht- Inder ja eigentlich noch unterhalb der Kastenlosen stehen... Am naechsten Tag bekamen wir jedenfalls die Erklaerung dafuer, da Bilder von uns in der Zeitung erschienen waren, sogar mit unseren Vornamen, die die Reporter wohl irgendwie rausgehoert haben muessen. Leider wissen wir nicht, was dabei stand, da wir Telugu nicht verstehen, aber wir hoffen, nur nettes...
Leider ist meine Stunde im Internet jetzt schon wieder vorbei und die letzten Male musste ich immer dazu nutzen, Fluege fuer unseren Weihnachtsurlaub zu suchen, der jetzt Gott sei Dank gebucht ist... So werde ich jetzt nur noch ein paar Fotos posten und in ein paar Tagen wieder mehr schreiben.
Viele liebe Gruesse!
die Dining Hall
Freitag, 30. Oktober 2009
Leider will mich dieses bloede Internet hier keine weiteren Fotos hochladen lassen, dabei wollte ich so gerne ein Bild von mir im Sari zeigen :), aber naja. Dann eben wann anders.
Als ich gestern mailen wollte, war leider Stromausfall. Das hätte ich auch wissen können, denn zur Zeit wird jeden Tag für zweimal zwei Stunden alles abgeschaltet, weil bei den schlimmen Überschwemmungen ein Wasserkraftwerk kaputtgegangen ist und jetzt Strom gespart werden muss, aber leider habe ich nicht dran gedacht. So haben Caro und ich stattdessen einen netten Spaziergang durch die Stadt gemacht und ich bin um etliche Armreifen reicher wieder zurückgekommen. Ich bin total begeistert: Es gibt so viele in allen Farben und mit so vielen verschiedenen Verzierungen und sie sind dabei so günstig, dass ich mir richtig viele kaufen kann ;). Davon muss ich auch mal ein paar Fotos reinstellen… Abends hat uns Amma nochmal weggelassen, aber nur kurz, sodass ich nur das wichtigste erledigen konnte und ausserdem hat das Internet sowieso nicht so recht funktioniert...
Vorgestern bin ich von meinem Trip nach Khammam zurückgekommen. Dabei gab es schon bei der Hinfahrt einige Probleme: Zuerst wollte uns der Bischof fast nicht gehen lassen- wohl wegen eines Missverständnisses, denn wir dachten, seine Frau hätte es uns schon erlaubt- und war besorgt, dass man dort nicht wissen könnte, dass wir kommen und dass uns etwas passieren könnte. Wir konnten ihn aber überzeugen, dass alles wohl organisiert war. Am nächsten Morgen, als wir losfahren wollten (um 4.30 Uhr), kam dann der Bus nicht und als wir schon über eine halbe Stunde gewartet hatten, wurde uns mitgeteilt, dass der Bus kaputt sei und erst noch repariert werden müsse. Also haben wir dem Ticketverkäufer unsere Handynummer gegeben, sind wieder ins Bett gegangen und erst wieder gekommen, als er uns angerufen hat. Der Bus ist dann letztendlich um 7.30 Uhr losgefahren… Die Busfahrt war dafür wunderschön und überhaupt nicht langweilig. Wir haben am Straßenrand viele Felder mit Reis, Chili oder Baumwolle, Teakholzplantagen, kleine Dörfer mit Kommunistenzentren, abenteuerliche Baumwolltransporte auf kleinen Autorikschas, Kuhherden, die die Straße blockiert haben, und vieles mehr gesehen.
In Khammam wurden wir nett von Julia und Lena, den Freiwilligen, die dort in einem Polioheim sind, begrüßt. Auch alle Mitarbeiter, der Leiter und die Jugendlichen dort waren sehr lieb zu uns und wir haben gleich ein gutes Mittagessen bekommen, nachdem wir aber noch mal klarstellen mussten, dass wir vegetarisch essen. Denn das ist zwar in Indien allgemein weit verbreitet, aber bei Christen wird es nicht verstanden, da es üblicher Weise aus religiösen Gründen geschieht.
Nachmittags haben wir Lena geholfen, deutschen Kuchen zu backen, den sie an ihrem Geburtstag verteilen wollte, er ist aber ein bisschen merkwürdig in der Konsistenz geworden, da die Kuchenform mit Deckel einfach auf einer Schale mit Sand auf den Gasherd gestellt wurde. Trotzdem hat er am nächsten Tag recht lecker geschmeckt. Meiner Meinung immer noch besser als der pappsüße Kuchen, den wir Lena zum Spaß geschenkt haben. Ich habe gestern schon ein Foto reingestellt. Die Kuchen hier sehen alle so wunderbar kitschig aus, aber sie schmecken genau so süß. Abends haben die Mädchen im Polioheim Lena und Julia die Hände wunderschön mit Henna bemalt. Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich mit einem Sozialarbeiter in ein Dorf fahren, um dort behinderte Kinder zu besuchen (sie werden zu hause therapiert), leider ist das aber ausgefallen, dafuer haben wir in einem Supermarkt in Khammam Spaghetti und Tomatenkonserven bekommen :) Das war auch sehr gut. Am kommenden Tag haben wir einen langen Ausflug gemacht, auf dem wir ein paar tolle Tempel gesehen haben und den wunderschoenen Godavari- Fluss, auf dem wir bei Sonnenuntergang eine Bootsfahrt gemacht haben... Traumhaft! Ausserdem waren wir in einem Kohlekraftwerk (ich hatte ziemlich Angst, dass ich nicht mehr rauskomme) und wir mussten dauernd anhalten, weil irgendwelche Kuhherden auf der Strasse unterwegs waren. Mr. Prapaka, der Leiter des Heims in Khammam hat uns so viel zu Essen gekauft, dass wir kaum mehr laufen konnten und auf ein Abendessen ganz verzichten mussten ;), aber jetzt habe ich dafuer eine neue Lieblingssuessigkeit, von der ich Tonnen nach Deutschland importieren muss. Sie heisst Soan Papdi und besteht aus Zuckerfaeden, die ganz leicht aufeinander geschichtet sind und ist mit Kardamom gewuerzt und mit greoesteten Mandeln und Pistazien garniert... Njamnjamnjam ;).
Im Bus auf der Rueckfahrt war ein Mann, der sich beaengstigend gut mit dem drittenReich auskannte und "mein Kampf" gelesen hatte, was man hier im Buchladen kaufen kann- ich habe es selbst in Chennai gesehen. Er hat uns alles moegliche erzaehlt und meinte, wir muessten mehr ueber das dritte Reich lesen...
Als wir angekommen sind, habe ich in Karimnagar ein archaeologisches Museum entdeckt und ich freue mich jetzt schon riesig darauf, da mal hinzugehen, obwohl Caro mich leider nicht begleiten moechte.
Gestern in der Stadt habe ich ploetzlich bemerkt, dass wir hinter zwei bewaffneten Maennern gelaufen sind (sie hatten grosse Gewehre, die ich jetzt am ehesten fuer Jagdgewehre gehalten haette- Banause) und kurz danach, dass vor ihnen noch zwei Maenner mit Handschellen waren. Ich haette es gerne fotografiert, weil es irgendwie wirklich skurril war. Keiner hat etwas gesagt, die bewaffneten hatten keine Uniform oder sowas und einer ist dann sogar stehen geblieben, waehrend die gefesselten Maenner sich unterhalten haben... Echt seltsam!
Als Freizeitprogramm haben wir gestern Mandalas gemalt und es war ein bisschen schwierig, weil die Maedchen irgendwie so eine Art Schnelligkeitswettbewerb gemacht haben und nicht ganz den meditativen Zug des Mandala- Malens begriffen haben. Sie haben alle keine Farbstifte, deswegen hatten wir vormittags vier Paeckchen gekauft und sie haben es geschafft, sie sich zu 40st zu teilen! Das fand ich beeindruckend. Ausserdem wollten alle ihr Mandala abgeben, als sie fertig waren und sie haben sich voellig begeistert bedankt, als ich ihnen gesagt habe, dass es ihres ist und sie es behalten duerfen. Das hat mich auch ueberrascht. Vielleicht ist das in der Schule so...
Vorher wusste ich noch irgendwas, was ich unbedingt schreiben wollte, aber jetzt ist es mir gerade entfallen. Deswegen werde ich den Post hier mal beenden und ein anderes Mal weiterschreiben. Ich freue mich sehr, wenn ihr meinen Blog lest und auch ueber Fragen, die ich dann zu beantworten versuche.
Liebste Gruesse!
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Lenas original-indischer Geburtstagskuchen
ein Obststand auf dem Weg zum Bischofshaus
eine nette Familie, die uns zu Deepavali eingeladen hat
lustiges Englisch, das ich in der Schule unterrichten sollte
Anusha :) mit Puder...
Samstag, 24. Oktober 2009
Mir geht es jetzt Gott sei Dank viel besser. Ich muss heute noch Antibiotika nehmen, dann bin ich aber fertig und werde mich hoffentlich wieder ganz erholen (die Antibiotika machen mich naemlich muede und so).
Vorgestern haben die Maedels mir meine Arme mit Henna angemalt (naechstes Mal kommt ein Foto, ich konnte sie noch nicht hochladen), nachdem sie mich ewig damit genervt haben und gestern war der Geburtstag der Bischofsfrau. Sie ist Schirmherrin von vielen sozialen Einrichtungen der Kirche hier und deswegen war an diesem Tag auch das jaehrliche Treffen des "Women's Fellowship" in Jagtial, bei dem auch ein neues Girls' Hostel eroeffnet wurde. Caro und ich sollten auch hingehen und zu diesem Zweck puenktlich um 7.30 Uhr am Bischofshaus losfahren, wie die Bishop Amma (Frau vom Bischof) mehrfach betont hat. Als wir dann um 7.00 Uhr wie verabredet bei uns am Haus gewartet haben, hat es noch bis nach 7.30 Uhr gedauert, bis die Frauen kamen, die uns abholen wollten und beim Bischof angekommen sind wir auch nicht gleich losgefahren, sondern haben erst noch leckeren deutschen Kuchen von der Bishop Amma bekommen, ihr ein Geburtstagslied gesungen, gebetet... Jedenfalls war es 8.15 Uhr, als wir losgefahren sind und ich glaube, Caro und ich sollten dazu uebergehen, auch immer eine halbe Stunde zu spaet zu kommen :).
Das Fest war eigentlich sehr schoen, ich habe es genossen, auch wenn wieder ein Gottesdienst mit sehr grossem Wortbeitrag stattgefunden hat, was fuer uns mit unseren mageren Sprachkenntnissen natuerlich eher ungeschickt ist. Ich habe aber die 3,5 Stunden brav ausgehalten (wir wurden in die erste Reihe dirigiert, sodass ich wirklich wach aussehen musste) und es war auch wieder sehr nett, zu sehen, wie einige Menschen geehrt werden. Zu diesem Zweck gibt es hier schoene Wollschals, die einem dann umgehaengt werden (ich habe auch schon zwei, denn Caro und ich werden ueberall als Ehrengaeste behandelt, obwohl wir gar nichts besonderes gemacht haben... Wir muessen uns entschieden dagegen wehren, was der Bischof ueber uns gesagt hat: "They came from heaven to earth" (in Bezug auf die Lebensverhaeltnisse in den jeweiligen Laendern). Das hat mich wirklich geschockt, denn natuerlich ist es in Deutschland, wo wir immer fliessendes, warmes Wasser und Elektrizitaet haben, luxurioeser, aber sonst empfinde ich die Unterschiede nicht als so gross...). Oh, das war eine lange Klammer^^. Nach dem Gottesdienst haben wir Blumen geschenkt bekommen und wir wurden dauernd fotografiert. Wir hatten aber auch zum ersten Mal unsere Saris an und darueber haben sich viele Menschen besonders gefreut. Saris sind relativ bequem, aber wenn man den ganzen Tag einen getragen hat, freut man sich auch wieder ueber etwas mit mehr Bewegungsfreiheit. Ich jedenfalls ;). Bei dem Fest gab es sehr leckeres Essen- was bei uns im Hostel ja leider nicht immer der Fall ist- und es war schoen, einige bekannte Menschen wiederzusehen- so langsam sind wir nicht mehr ganz neu hier. Besonders gern mag ich Carol, eine junge Aerztin, die in einem Hostel in einem kleinen Dorf arbeitet. Sie haelt heute einen Vortrag auf der Veranstaltung und war deswegen dort. Sie hat mich auch behandelt, als ich die Bauchgrippe hatte, weil sie an diesem Tag zufaellig beim Bischof war. Vielleicht koennen wir sie mal besuchen, sie hat sehr von diesem Ort geschwaermt und sie ist ein so netter Mensch...
Nachmittags wurde dann noch eine Rede gehalten und die Bishop Amma zu ihrem Geburtstag geehrt. Caro und ich mussten vor allen Leuten "Viel Glueck und viel Segen" singen, was recht gut geklappt hat, ich war nicht mal aufgeregt. Vielleicht liegt es daran, dass es hier anscheinend normal ist, etwas aufzufuehren, wenn man es ein bisschen kann. Bei vielen Veranstaltungen werden wir gebeten, einen "special song" zu singen und auch gestern in der Kirche waren wir nicht die einzigen. Viele Frauen haben die Gelegenheit ergriffen, als man wegen technischer Probleme kurz warten mussten und es wird hier auch ganz anders gehandhabt als bei uns, wo man vielleicht Angst haette, sich zu blamieren. Keiner lacht, alle freuen sich irgendwie und wenn es nicht so gut war, ist es auch egal. Hauptsache, es macht Spass- so kommt es mir vor.
Nach der Kirche haben uns viele Kinder und Frauen angesprochen, eine Frau hat uns sogar regelrecht abgeknutscht, was mir ein bisschen unangenehm war, aber sei's drum. Am suessesten fand ich einen altklugen Jungen, der mit den Worten "May I introduce myself, my name is..." zu uns kam, da musste ich mich ein bisschen zusammenreissen, aber er war wirklich gluecklich, sein Englisch erproben zu koennen und das war fuer die achte Klasse sehr gut.
Caro und ich sind dann abends zusammen mit zwei anderen Frauen mit dem Bus heimgefahren.
Auf der Hinfahrt hatte ich mich gewundert, warum in einer indischen Kleinstadt, die mehr oder weniger in der Pampa liegt, denn Andhra Pradesh ist einer der laendlichsten indischen Bundesstaaten, Afrikaner rumlaufen und abends habe ich die Antwort gefunden: Auf den "Atos" (Auto- Rickshaws) klebten ueberall Plakate fuer einen afrikanischen Zirkus... Warum der wohl ausgerechnet in Jagtial auftritt?
Als wir endlich zu hause waren, war ich todmuede, obwohl es erst halb 8 war. Es gab aber nichts zu essen, weil die Frau des Pfarrers, die das Essen fuer die Kinder rationiert, auch auf dem Fest war, das regulaer heute noch weitergeht, und den Schluessel nicht dagelassen hat. Die Maedchen hatten deswegen den ganzen Tag (und heute) nur Reis zu essen. Ich hoffe, dass sich nachher eine Loesung findet, aber mittags essen sie sowieso in der Schule. Die nette Frau, die mit uns Bus gefahren ist, hat Caro und mir dann ein leckeres Dhal mit Chapatis gebracht, was uns beiden sehr gut getan hat. Heute Mittag essen wir einfach Reis mit Joghurt- den haben wir heute morgen angesetzt- und ausserdem haben wir noch ein paar Aepfel.
Zur Zeit planen wir mit den anderen Freiwilligen unseren Weihnachtsurlaub in Kerala- vielen Dank an dieser Stelle fuers Organisieren, Felix, Pauline und Andrea!- und Caro und ich muessen mit den beiden anderen Andhra- Freiwilligen noch die Reisemethode austuefteln, da wir die laengste Anreise haben :(. Aber das werden wir schon hinkriegen, wahrscheinlich werden wir einfach eine Strecke fliegen, da wir mit Bus und Zug ewig (ueber 24 Stunden auf jeden Fall, dafuer mit nur zweinmal Umsteigen) unterwegs sind.
Die Situation mit dem Wasser wurde vor einigen Tagen immer schlechter: Wir hatten teilweise nicht mal einmal am Tag fliessend Wasser, so dass wir es auch nicht in Eimern auffangen konnten, und mussten deswegen gruenliches Brunnenwasser verwenden(zum Duschen kein Problem, aber fuer das Gesicht war es mir nicht so lieb. Da bin ich wohl verwoehnt ^^), aber jetzt wurde anscheinend die Pumpe repariert und gestern und heute hat das Wasser einwandfrei getan. Deswegen hat Caro gleich unser Bad geputzt und wir haben einiges gewaschen. Dafuer haben wir zur Zeit zweimal am Tag ca. zwei Stunden Stromausfall, der Bischof hat mir aber erklaert, dass das eine Sparmassnahme ist, da durch die Ueberschwemmungen ein grosses Wasserkraftwerk zerstoert wurde und noch nicht repariert werden konnte. Da wir jetzt die Zeiten wissen, koennen wir uns auch darauf einstellen und es ist ueberhaupt kein Problem.
Morgen werden wir um 4.30 Uhr mit dem Bus nach Khammam fahren, um Julia und Lena, zwei andere Freiwillige, zu besuchen. Dort wollen wir ein paar Ausfluege machen und ein Bergwerk besichtigen, ausserdem hat Lena Geburtstag. Ich hoffe, die Tage bis Mittwoch werden schoen und alles klappt wie vorgesehen. Ein Bericht darueber folgt auf jeden Fall.
Bis dahin wuensche ich euch alles Gute und eine schoene Zeit, wo ihr auch immer seid und was ihr auch immer macht. Liebe Gruesse!
Mittwoch, 21. Oktober 2009
Diese Woche hatten Carolin und ich sehr viel Zeit, weil die Mädchen jeden Tag Examen geschrieben haben und wir somit nur zu den Lernzeiten da sein mussten. Der Mittwoch war der einzige Tag, an dem wir auch mit ihnen gespielt haben, weil die armen sonst sehr viel lernen mussten. Sie haben aber gesagt, dass bisher alles gut gelaufen sei. Das kann ich mir- zumindest bei Englisch- fast nicht vorstellen, denn leider verstehen die Mädchen das ausnahmslos nur sehr, sehr schlecht… Aber wahrscheinlich sind die Examen an den Unterricht angepasst, der sehr viel aus Abschreiben und Auswendiglernen besteht.
Jetzt kennen Caro und ich den Supermarkt, der hier wohl das größte Sortiment hat (ein noch besserer muss erst vor Kurzem geschlossen haben), das hübsche Einkaufsviertel, in dem es einige schöne Moscheen, einen Tempel, viele muslimische Häuser mit Blumenornamenten und viele Juweliere gibt, das Internetcafé und den gemütlichen kleinen Lebensmittelmarkt, wo wir uns gutes Obst gekauft haben.
Nachdem die Mädchen schon seit einigen Tagen Husten, Schnupfen und teilweise auch Fieber hatten, ist Caro am Donnerstag auch richtig krank geworden. Ich habe mich auch nicht sehr gut gefühlt, Halsweh und Kopfweh bekommen, aber immerhin bin ich nicht richtig krank geworden. Am Freitag haben wir- Caro hatte Lust auf ein vertrautes Essen- versucht, Nudeln mit Tomatensoße zu kochen. Das ist aber leider nicht ganz so geworden, wie wir uns es vorgestellt hatten. Die Nudeln, die wir auf dem Markt gekauft hatten, haben einen seltsamen Eigengeschmack entwickelt, haben ihre Form verloren und sind sehr klebrig geworden und die Soße (Tomatensuppe aus dem Päckchen, weil Caro keine gekochten Tomaten mag) hat erstaunlich indisch geschmeckt :D. Ich konnte leider kaum etwas davon essen, weil mir davon schlecht geworden ist, aber es war auch lustig… Vom Essen her werden wir hier nicht gerade verwöhnt. Nett ist, dass wir immer extra Gemüse bekommen, weil Amma („Mutter“= die Leiterin des Hostels) denkt, wir könnten nicht das scharfe Essen der Mädchen vertragen, für mich geht das aber meistens schon. Außerdem gibt es zwei Mädchen, die es sich nicht nehmen lassen, jeden Abend nur für uns Chapati (eine Art Pfannkuchen aus Vollkornmehl, Wasser und ein bisschen Öl) zuzubereiten. Ansonsten ist das Essen aber meistens eher karg. Es besteht fast immer aus Reis und einem Curry, in dem eher wenig Gemüse ist. Wir sind jetzt deswegen dazu übergegangen, einmal am Tag Joghurt zu essen, das wir selbst aus gekochter Milch und einem Rest Joghurt zubereiten. Zum Frühstück haben Caro und ich uns Cornflakes gekauft, falls es mal etwas gibt, was wir gar nicht mögen. Meistens gibt es aber Upma, was ich sehr gerne mag. Es besteht aus irgendeinem körnigen Getreide, das mit Wasser, Chili, Kreuzkümmel und anderen Gewürzen aufgekocht wird. An einem Tag gab es „pressed Rice“ und da waren wir beide sehr froh über die Cornflakes. Ich hatte aber auch den Eindruck, dass die meisten Mädchen das nicht soooo lecker fanden. Einmal in der Woche gibt es Idli, eine Art Küchlein aus zerkleinertem Reis und Kokos. Für die Mädchen ist das etwas Besonderes und ich mag es auch gerne, wenn es dazu ein Chutney gibt, aber Caro und viele andere Freiwillige mögen es überhaupt nicht. Weil es eben nicht so wahnsinnig reichhaltig ist, kaufen Caro und ich uns recht oft Obst, damit wir mit den Vitaminen versorgt werden. Amma hat uns erzählt, dass für jedes Kind 500 Rupien zur Verfügung stehen (ca. 7- 8 Euro) und davon kann man sich natürlich nicht besonders tolles Essen leisten. Hauptsache, den Kindern geht es damit besser als daheim, denn dort würden sie wahrscheinlich zum Großteil nicht dreimal täglich eine Mahlzeit bekommen.
Ich bin sehr froh, dass ich überhaupt wieder schreiben kann, denn mein Laptop hat irgendwie einen Wackelkontakt und deswegen funktionieren einige wichtige Tasten sehr oft nicht und im Internetcafé kann man natürlich nicht so gut schreiben und da habe ich auch nicht so viel Zeit. Als ich das letzte Mal da war, ist natürlich prompt der Strom ausgefallen, nachdem ich eine Mail schon ziemlich weit hatte, aber das gehört eben dazu ;). Am Donnerstagabend (es wird ja schon um 18.00 Uhr dunkel) saßen wir auch sehr romantisch mit Kerzen in unserem Zimmer und haben gelesen… Dafür haben wir jetzt regelmäßiger Wasser, was auch ganz geschickt ist. Dass das nicht klappen könnte, habe ich, bevor ich hier war, natürlich auch nicht gedacht, aber es ist vielleicht gar nicht schlecht, auch mal die Erfahrung zu machen, dass das Wasser nicht unbegrenzt ist.
Mit der Umwelt wird hier natürlich ganz anders umgegangen als in Deutschland. Wir haben uns gleich diese 20Liter- Wasserkanister gekauft, um nicht so viel Plastikmüll zu verursachen, aber unseren normalen Müll werfen wir- so gewöhnungsbedürftig es ist- einfach um die Ecke hinter das Schulhaus. Als ich neulich dort war, hat ein fettes wildes Hausschwein mit einer gruseligen Verletzung im Gesicht dort schon auf den Müll gewartet und sich gleich auf die Tüte gestürzt. Diese Schweine sind anscheinend ein echtes Problem: Weil sie sich zu sehr vermehren, werden sie von ihren Besitzern ausgesetzt und sie leben dann auf der Straße, bzw. leider auch bei uns im Innenhof (wir sind auf einem relativ großen Gelände gemeinsam mit der Kirche, einigen Wohnhäusern von Kirchenangestellten und Lehrern, der Grundschule, der Highschool, dem College und einem Wohnheim für die College- Studenten). Amma hat uns gesagt, dass das auch sehr gefährlich ist, weil die Schweine zur Ausbreitung von verschiedenen Krankheiten, wie Dengue- Fieber oder Japanischer Enzephalitis, beitragen.
Ich vermisse meine Hobbies hier sehr. Ich würde unglaublich gerne mal Geige üben oder tanzen, denn im Moment kann ich höchstens zeichnen und dabei werde ich immer von den Kindern beobachtet, so dass ich nicht besonders weit komme. Sie wollen dann nämlich immer irgendwas in ihre Hefte gezeichnet haben- meistens einen „Christmastree“, „Christmasgrandfather“, „Butterfly“, „Horse“, „Girl“ oder „Dog“. Diese Wörter können sie immerhin ;). Ich habe deswegen Amma gefragt, ob sie denkt, ich könnte hier einen Tanzlehrer finden, am liebsten für traditionellen indischen Tanz und sie meinte, das dürfte möglich sein. Das fände ich wirklich klasse! Sport kann man hier nämlich auch nicht so richtig machen: Es ist zum einen zu warm und zum anderen würde das sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wir machen mit den Mädchen schon oft Bewegungsspiele, aber das ist auch nur eingeschränkt möglich und selbst im Hof gibt es noch genügend Menschen, die dann komisch schauen. Davon lassen wir uns aber natürlich nicht irritieren.
Wir haben hier aber auch schon echt lustiges erlebt: Als es uns am Donnerstag beiden nicht gut ging, wollte uns Amma, fürsorglich wie sie ist, Fruchtsaft kaufen. Bei der Bäckerei gab es allerdings keinen und so hat sie uns vom „Women’ s Fellowship“ zubereiteten Traubensaft mitgebracht (dachte sie). Als wir den dann aufgemacht hatten und ihn trinken wollten, roch er aber so vergoren und tatsächlich stand auf der Flasche, dass es nicht „grape- juice“ sondern „grape- cordial“ (Likör) für die „holy communion“ war… Wir haben so gelacht… Natürlich haben wir den guten Saft dann zum Großteil getrunken (Gott sei Dank war es nur eine kleine Flasche), denn Alkohol desinfiziert ja auch und bei Halsschmerzen soll man auch mit Rotwein gurgeln…
Gestern wurde ich außerdem, als ich vom Einkaufen zurück kam, von einigen Kindern im Schulhof (unser Hostel liegt neben der Schule im Innenhof der Wesley Cathedral) angehalten, die mir die paar englischen Fragen stellen wollten, die sie beherrschen. Natürlich haben sie mal wieder gefragt, ob ich aus Amerika komme und dann haben sie mich gebeten, ihnen Autogramme zu geben… Ich habe mich gefühlt wie im falschen Film :D.
Der Bericht ist vom 18.10. . In der Zwischenzeit ist nicht mehr sehr viel passiert, abgesehen davon, dass Dipavali war und deswegen das Internetcafe mehrere Tage geschlossen hatte und dass ich meine erste schwere Bauchkrankheit mit Antibiotika und allem drum und dran bekommen habe. Ich fuehle mich jetzt immer noch krank, aber wenigstens ist das Schlimmste vorbei (hoffe ich...). Ich denke bis zum naechsten Eintrag wird es hoffentlich nicht ganz so lange dauern ;).
Montag, 12. Oktober 2009
Hallo ihr Lieben :)
Jetzt finde ich endlich Zeit, mal mit dem Blog zu beginnen. In Karimnagar ist es gar nicht so einfach ins Internet zu kommen. Als ich es vorher versucht habe, war prompt Stromausfall... Sonst ist es aber sehr schoen hier. Ich bin jetzt seit etwa einer Woche hier und die Maedchen haben mich und Caro schon voll und ganz aufgenommen, sie freuen sich, wenn sie uns was helfen koennen (was uns meistens eher unangenehm ist) und sie nennen uns immer "Sister". Das liegt daran, dass es hier ueblich ist, Maedchen, die nur ein paar Jahre aelter sind, "Akka"(grosse Schwester), zu nennen.
Ich stehe jeden Morgen um 6.00 Uhr auf, um ab 7.00 Uhr die Study- Time zu ueberwachen. Da kann ich den Maedchen mit ihren Mathe- oder Englisch- Hausaufgaben helfen. Ich war am Anfang wirklich geschockt, dass sie so schlecht Englisch sprechen und das hat meinen Entschluss gefestigt, Telugu zu lernen. Ich gebe mir Muehe :P, aber es ist schwierig...
Bisher habe ich zweimal in der Schule unterrichtet. Es war zwar sehr anstrengend, aber auch eine sehr positive Erfahrung, da ich ohne "Ueberwachung" eines Lehrers unterrichtet habe und deswegen sehr frei in den Methoden war. Bei der vierten Klasse, der ich Englisch- Unterricht gegeben habe, konnte ich schon nach einem Tag eine Verbesserung ihrer Lese- Kenntnisse wahrnehmen, was daran liegt, dass die gaengige Unterrichtsmethode hier Nachsprechen und Auswendiglernen lassen ist (teilweise eben leider ohne dass die Kinder es verstehen oder lesen koennen...). Nach der Schule habe ich frei und erst um 17.00 Uhr gestalte ich wieder eine Stunde mit Spielen. Danach ist wieder Study- Time und meistens bin ich froh, wenn ich sehr bald nach dem Abendessen ins Bett gehen kann, da ich immer sehr muede bin...
Ein neuer Eintrag kommt bald!
Uebrigens weiss ich natuerlich, dass ich nur ein halbes Jahr unterwegs bin, aber der Titel ist ja nur fuer euch alle, die ihr euch den Namen so besser merken koennt :P