Freitag, 30. Oktober 2009






Leider will mich dieses bloede Internet hier keine weiteren Fotos hochladen lassen, dabei wollte ich so gerne ein Bild von mir im Sari zeigen :), aber naja. Dann eben wann anders.

Als ich gestern mailen wollte, war leider Stromausfall. Das hätte ich auch wissen können, denn zur Zeit wird jeden Tag für zweimal zwei Stunden alles abgeschaltet, weil bei den schlimmen Überschwemmungen ein Wasserkraftwerk kaputtgegangen ist und jetzt Strom gespart werden muss, aber leider habe ich nicht dran gedacht. So haben Caro und ich stattdessen einen netten Spaziergang durch die Stadt gemacht und ich bin um etliche Armreifen reicher wieder zurückgekommen. Ich bin total begeistert: Es gibt so viele in allen Farben und mit so vielen verschiedenen Verzierungen und sie sind dabei so günstig, dass ich mir richtig viele kaufen kann ;). Davon muss ich auch mal ein paar Fotos reinstellen… Abends hat uns Amma nochmal weggelassen, aber nur kurz, sodass ich nur das wichtigste erledigen konnte und ausserdem hat das Internet sowieso nicht so recht funktioniert...

Vorgestern bin ich von meinem Trip nach Khammam zurückgekommen. Dabei gab es schon bei der Hinfahrt einige Probleme: Zuerst wollte uns der Bischof fast nicht gehen lassen- wohl wegen eines Missverständnisses, denn wir dachten, seine Frau hätte es uns schon erlaubt- und war besorgt, dass man dort nicht wissen könnte, dass wir kommen und dass uns etwas passieren könnte. Wir konnten ihn aber überzeugen, dass alles wohl organisiert war. Am nächsten Morgen, als wir losfahren wollten (um 4.30 Uhr), kam dann der Bus nicht und als wir schon über eine halbe Stunde gewartet hatten, wurde uns mitgeteilt, dass der Bus kaputt sei und erst noch repariert werden müsse. Also haben wir dem Ticketverkäufer unsere Handynummer gegeben, sind wieder ins Bett gegangen und erst wieder gekommen, als er uns angerufen hat. Der Bus ist dann letztendlich um 7.30 Uhr losgefahren… Die Busfahrt war dafür wunderschön und überhaupt nicht langweilig. Wir haben am Straßenrand viele Felder mit Reis, Chili oder Baumwolle, Teakholzplantagen, kleine Dörfer mit Kommunistenzentren, abenteuerliche Baumwolltransporte auf kleinen Autorikschas, Kuhherden, die die Straße blockiert haben, und vieles mehr gesehen.

In Khammam wurden wir nett von Julia und Lena, den Freiwilligen, die dort in einem Polioheim sind, begrüßt. Auch alle Mitarbeiter, der Leiter und die Jugendlichen dort waren sehr lieb zu uns und wir haben gleich ein gutes Mittagessen bekommen, nachdem wir aber noch mal klarstellen mussten, dass wir vegetarisch essen. Denn das ist zwar in Indien allgemein weit verbreitet, aber bei Christen wird es nicht verstanden, da es üblicher Weise aus religiösen Gründen geschieht.

Nachmittags haben wir Lena geholfen, deutschen Kuchen zu backen, den sie an ihrem Geburtstag verteilen wollte, er ist aber ein bisschen merkwürdig in der Konsistenz geworden, da die Kuchenform mit Deckel einfach auf einer Schale mit Sand auf den Gasherd gestellt wurde. Trotzdem hat er am nächsten Tag recht lecker geschmeckt. Meiner Meinung immer noch besser als der pappsüße Kuchen, den wir Lena zum Spaß geschenkt haben. Ich habe gestern schon ein Foto reingestellt. Die Kuchen hier sehen alle so wunderbar kitschig aus, aber sie schmecken genau so süß. Abends haben die Mädchen im Polioheim Lena und Julia die Hände wunderschön mit Henna bemalt. Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich mit einem Sozialarbeiter in ein Dorf fahren, um dort behinderte Kinder zu besuchen (sie werden zu hause therapiert), leider ist das aber ausgefallen, dafuer haben wir in einem Supermarkt in Khammam Spaghetti und Tomatenkonserven bekommen :) Das war auch sehr gut. Am kommenden Tag haben wir einen langen Ausflug gemacht, auf dem wir ein paar tolle Tempel gesehen haben und den wunderschoenen Godavari- Fluss, auf dem wir bei Sonnenuntergang eine Bootsfahrt gemacht haben... Traumhaft! Ausserdem waren wir in einem Kohlekraftwerk (ich hatte ziemlich Angst, dass ich nicht mehr rauskomme) und wir mussten dauernd anhalten, weil irgendwelche Kuhherden auf der Strasse unterwegs waren. Mr. Prapaka, der Leiter des Heims in Khammam hat uns so viel zu Essen gekauft, dass wir kaum mehr laufen konnten und auf ein Abendessen ganz verzichten mussten ;), aber jetzt habe ich dafuer eine neue Lieblingssuessigkeit, von der ich Tonnen nach Deutschland importieren muss. Sie heisst Soan Papdi und besteht aus Zuckerfaeden, die ganz leicht aufeinander geschichtet sind und ist mit Kardamom gewuerzt und mit greoesteten Mandeln und Pistazien garniert... Njamnjamnjam ;).

Im Bus auf der Rueckfahrt war ein Mann, der sich beaengstigend gut mit dem drittenReich auskannte und "mein Kampf" gelesen hatte, was man hier im Buchladen kaufen kann- ich habe es selbst in Chennai gesehen. Er hat uns alles moegliche erzaehlt und meinte, wir muessten mehr ueber das dritte Reich lesen...

Als wir angekommen sind, habe ich in Karimnagar ein archaeologisches Museum entdeckt und ich freue mich jetzt schon riesig darauf, da mal hinzugehen, obwohl Caro mich leider nicht begleiten moechte.

Gestern in der Stadt habe ich ploetzlich bemerkt, dass wir hinter zwei bewaffneten Maennern gelaufen sind (sie hatten grosse Gewehre, die ich jetzt am ehesten fuer Jagdgewehre gehalten haette- Banause) und kurz danach, dass vor ihnen noch zwei Maenner mit Handschellen waren. Ich haette es gerne fotografiert, weil es irgendwie wirklich skurril war. Keiner hat etwas gesagt, die bewaffneten hatten keine Uniform oder sowas und einer ist dann sogar stehen geblieben, waehrend die gefesselten Maenner sich unterhalten haben... Echt seltsam!

Als Freizeitprogramm haben wir gestern Mandalas gemalt und es war ein bisschen schwierig, weil die Maedchen irgendwie so eine Art Schnelligkeitswettbewerb gemacht haben und nicht ganz den meditativen Zug des Mandala- Malens begriffen haben. Sie haben alle keine Farbstifte, deswegen hatten wir vormittags vier Paeckchen gekauft und sie haben es geschafft, sie sich zu 40st zu teilen! Das fand ich beeindruckend. Ausserdem wollten alle ihr Mandala abgeben, als sie fertig waren und sie haben sich voellig begeistert bedankt, als ich ihnen gesagt habe, dass es ihres ist und sie es behalten duerfen. Das hat mich auch ueberrascht. Vielleicht ist das in der Schule so...

Vorher wusste ich noch irgendwas, was ich unbedingt schreiben wollte, aber jetzt ist es mir gerade entfallen. Deswegen werde ich den Post hier mal beenden und ein anderes Mal weiterschreiben. Ich freue mich sehr, wenn ihr meinen Blog lest und auch ueber Fragen, die ich dann zu beantworten versuche.

Liebste Gruesse!

Ok, vielleicht geht es doch mit den Fotos.. Also: Einmal ich im Sari, der afrikanische Zirkus, tote Fische mit kleinem Kind und Jesus in Khammam, "Ice-Craem" und das einfachste Klo, das ich je gesehen habe- dafuer aber bei einer sehr netten Pfarrersfamilie auf dem Land (falls sich jemand fragt, was genau das Klo ist: Das Abflussloch am Boden...)

1 Kommentar:

  1. Liebe deinen Blog!

    Scheint ja echt supercool zu sein, was bei dir so alles laeuft! das mit den menschen mit waffen mit und ohne uniform, dazu empfehl ich dir mal nach israel zu kommen... da hat jeder soldat seine waffe immer dabei ;).

    ich versuch heut auch mal wieder was zu schreiben ...

    gruesse aus israel, wo es zum zweiten mal seit meiner ankunft regnet,
    jan

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